2016
21.12

rave schluessel 2016

Alle guten Dinge sind… ja ja zum nunmehr dritten Mal in Folge kommt der persönliche „Rave Schlüsselmoment“ für das fast abgelaufene Jahr! Das Jahr war auch wieder mal vollgestopft mit neuen Schallplatten, durchschwitzten Nächten und neu generierten Hypes. Um nicht den Kopf zu verlieren, haben wir unsere musikalischen Wegbegleiter nach ihren musikalischen „Momenten“ gefragt und herausgekommen ist dabei folgendes:

ACID KAY

„Das war eines der schönsten Momente in meiner Heimatstadt Jena. Es wurde generationsübergreifend miteinander gefeiert und gelacht, wie ich es selten erlebt habe. So sollten die Menschen öfter sein, dann wäre die Welt freundlicher und schöner.“
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ARI

„Mein Track des Jahres kommt zum Ende des Jahres, am 24. Dezember. Danke Helmut für bewegende Momente 2016!“
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CARLSON BASU

Martyr Loser King von Saul Williams stellte 2016 alle anderen in den Schaden… 2017 darf kommen…“
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DANNY SCHMIDT

„Mein Track 2016, im Jahre 1989 entstanden :-)“
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DJ JAUCHE

„Also… generell habe ich zu viele „Platten“, denen ich so etwas wie „der“ Track für mich dieses Jahr. Gerade begeistert mich wieder einmal Harvey Sutherland mit seinem neuen Release auf Clarity Recordings.“
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„Im Sommer war es ein Track von Lindstrøm – Closing shot, den ich im Berliner Sisyphos aufgelegt habe und bei dem die Stimmung im Club für mich in dem Augenblick beinahe unerwartet so gegen die Decke schoss, dass ich den Track knapp drei Stunden später noch einmal auf den Plattenteller legte. Sowas mache ich dann doch eher selten.“

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KAUBL

„Mein Raveschlüsselmoment dieses Jahr waren die Machwerke von Michel Baumann alias Jackmate oder Soulphiction und ganz besonders aber Sky so high auf H&T01. Was ein Mover!“
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KLANGKRIEGER

„Das ist er für 2016.“
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„… und weil ich 2015 verschlafen habe, kommt der Track heute erst mit. Diesen sollte man, so meine ich, am besten auch als Videoclip sehen! Da hat er die größte Wirkung und spricht gleich zwei Sinnesorgane an.“

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LESS

„Ich denke der bewegendste Moment in Kombination mit einem Track war im Leipziger IFZ im Mai. Ich spielte gemeinsam mit meinem Label-Kollegen ein roughes Techno Set. Nicht unter dem Pseudonym „Less“, sondern unter einem weiteren, welchen ich demnächst meine ganze Aufmerksamkeit schenken werde. Es war eine hitzige Nacht und morgens spielten wir gemeinsam mit subʞutan das Closing. Als wir zum Ende kamen, spielte der geschätzte Freund und Kollege Forgotten den Track Too Many Voices vom letzten Andy Stott. Ich fragte ihn anstandshalber, ob ich noch einen weiteren Track von dem Album spielen dürfe. „Klar!“ und so legte ich am Ende Butterflies auf, den ich schon Tage zuvor immer hoch und runter hörte. Mit einem Schlag war eine Magie in dem Raum, die ich nur schwer in Worte fassen kann. Ich ging auf die Tanzfläche und grinste breit, da ich den Track mal auf ’ner Fetten PA hören konnte. Alle lächelten nach dem Technogewitter der Nacht. Ein guter Freund neben mir meinte nur: „Alter, der Track hat mir den ganzen Abend gerettet“. Es gibt diese Momente, wo man als DJ einfach weiß, warum man sich die Nächte um die Ohren schlägt, jeden Cent für Platten ausgibt und auch weniger gute Abende verknusen muss. Dieser letzte Track war wie gemacht, für genau diesen Moment. Und ja, ich bin auch gerne emotional aufgeladen, aber ich nenne es einfach Dankbarkeit! Butterflies war einer dieser Tracks, die einen nicht beim ersten Mal kriegen, sondern sich immer mehr ins Herz schleichen, je öfter man sie hört.“
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Ansonsten bin ich ja auch ein bekennender Album Hörer, zwei Alben will ich Euch an dieser Stelle wärmstens ans Herz legen!
Tim Hecker – Love Streams
SHXCXCHCXSH – SsSsSsSsSsSsSsSsSsSsSsSsSsSsSs

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MAHÉ

„Hi, also mein Track dieses Jahr ist ein Remix von dem DJ Duo Red Axes. Die Platte erschien Ende Juli diesen Jahres. Ich musste sofort zuschlagen und die Platte kaufen. Der Track fällt mit seiner Mischung aus frickeligen Elektrosounds und Achtziger Synthiepop auf. Hab mich sofort verliebt.“
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MAIK GRÖTZSCHEL

„Mein Key 2016 ist keine Zeitangabe, sondern eher ortsgebunden: Lyon.

Eigentlich ging alles mit dem Label BrothersFromDifferentMothers los. Hier ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich doch wirklich alle Releases bis dato gekauft hatte. Ist mir so bis jetzt noch bei keinem passiert. Naja, wie man sich eben so durch die Welt skippt, hört man dann mal weiter. Und der Kreis wurde größer. Von dem Plattenladen, bzw. Distribution Chez Emile über das unglaublich gute Webradio LYL-Radio, kommt man immer wieder auf Lyon. Diese Teufelskreise, ey.. Als musikalisches Mon Chérie des Jahres kam dann im Oktober das Album The Pilotwings – Les Portes Du Brionnais raus. Und das Album vereint alles! Allein der Intro-Track, welcher hier stellvertretend laufen soll, lässt ahnen, auf was man hier gestoßen ist. Das Cover und die Boys mit ihrer Balearic-angehauchten 80er Kultur. Go for Gold, Lyon. Dort geht anscheinend so einiges. Wird mal Zeit für ’nen Ausflug.“
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MIJK VAN DIJK

„Mein Schlüsselmoment: Ich habe mich wirklich sehr gefreut, diesen Jahr im Kassablanca Jena zu spielen. Es hat mich darin bestärkt, ab 2017 wieder verstärkt LIVE zu spielen. Danke!“
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MIKK

Ich mache es dieses Jahr so, ALLES VON UND MIT:
David Bowie, Prince, Leonard Cohen, Manfred Krug, Bobby Vee, Götz George, Bud Spencer, Muhammed Ali, Gene Wilder… Zu viele, die gegangen sind. RIP*

Und was sich so 2016 mehr als einmal auf MIKK’s Teller gedreht hat:
FKA TWIGS – Glass & Patron
Cortex – Troupeau Bleu
Alex Newell & DJ Cassidy – Kill the Lights (Vinyl OST)
Roosevelt – Roosevelt („das ist aber auch eine süße Pop Platte!“)
Altern 8 – Full on mask hysteria („einfach nicht tot zu kriegen“)
Massive Attack – Voodoo in my blood
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NICOLA CANDELARIA

„Diesen Track hatte ich in 2000er Jahren im festen Repertoire in meinem Plattenkoffer. Jetzt 2016 habe ich ihn auf einen Norwood-Soul-Patrol-Mix wieder entdeckt und muss sagen, dass er – trotzdem das er so alt ist wie ich selbst – nichts an seiner Intensität und Kraft verloren hat. So viel Drive, Groove und Funk in einem Track sucht heute seines Gleichen. Bei diesen Track möchte ich schlagartig anfangen zu tanzen. Kim Miller mit seiner funky Guitar-Line und James Carmichael mit seinen extatischen Vocals schicken dich einfach ins Disco-Nirvana!“
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OLIVER GOLDT

„Mein Track des Jahres, ok es gibt eigentlich mindestens zwanzig davon. Ich kann das Gemecker einiger Kollegen nicht verstehen, das es angeblich immer schwerer wird, etwas zu finden. Dem ist nicht so! Die werden nur der Releasedichte nicht Herr. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht drei neue Labels an den Start gehen, oder die Repress-Maschine läuft. Von mir aus gerne weiter.
Diese Nummer hier, hat mich seit einem halben Jahr im Griff, auch das Publikum. Klingt ein wenig wie Metro Area in den „Happy-Topf“ gefallen. Ich möchte clevere Catchiness schon immer sehr, mit Köpfchen ein sonniges Aha-Zeichen setzen im Set und auch den Letzten der wippend am Rande seine Club-Mate festhält auf die Tanzfläche bitten, gelingt mit dieser Nummer formidabel.“
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SNEAKER

Mein Rave Schlüsselmoment 2016 war das Camp Cosmic 2016 – das beste Festival auf dem ich je war. Sehr anders! Intimer, persönlicher, positiver als jedes andere Festival. Völlig ohne Sponsoren, das Catering nur über Freunde realisiert. Eine bessere Welt!

Anders ist auch die Musik. Der Schwerpunkt liegt bei europäischer Discomusik der 70er und 80er wie man sie vom Cosmic Disco Sound eines Daniele Baldelli kennt. Die harten Cracks spielen nur 7″s. Da gibt es eine weltweite Szene und sowohl die Hälfte der Musiker als auch des Publikums kam aus dem Ausland. Das Camp war dieses Jahr das 1. mal in Deutschland; bei Leipzig.
Auf einem 2. Floor gab es 3 Abende abwechselnd ein DJ-Set und ein Live-Set (ergo ca. 20!!! Live-sets) mit elektronischer Tanzmusik der abseitigen Art zu erleben – Slowmo-Acid, Afro Beat, Italo Disco, Minimal Synth. Dort habe ich auch auflegen dürfen, aber das war Nebensache (trotz aufwendiger Vorbereitungen, um sich bei den internationalen Vollprofis keine Blöße zu geben).
Alle grinsen dich an, jeder quatscht mit jedem der ca. 800 Gäste.
Ich glaube nicht, dass ich die 3 Tage & Nächte hinreichend beschreiben kann. Aber mein Raveerlebnis 2016 steht unverrückbar fest!

Eine kleine musikalische Zusammenfassung habe ich Euch unter angegebenen Link zusammengestellt.
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STACHY

„Ich habe ein wenig länger mit mir gehadert, denn so ein richtiges Erleuchtungserlebnis hatte ich a.d. 2016 nicht, dachte ich. Es war wohl ein Täuschungsmanöver eines Pessimisten in mir, der ständig gegen mein Optimismus ankämpft. Letzte Zeit immer öfter, so isses wohl, wenn man älter wird. So sitze ich morgens in meinem kalten Büro am Ende des Jahres und höre ein Broadcast eines einschlägigen Senders aus Amsterdam – und der Typ, ein Radio DJ, der macht ´ne Oldschool Anmoderation at its best, und es macht sofort so richtig Kino im Kopf: *80er Ruhrpott-Dichtung trifft ambienten Elektronicaartpopjazz läuft auf Vinyl füllt den Raum, Hong Kong Night-Skyline, gesehen vom 45. Stock am Panoramafenster, tiefster violettfarbener Abend kurz vor der kältesten Winternacht des Jahres.. „2016 was a terrible year for life, but a beautiful year for music“* … Recht hat er.“
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STAN

„Ich hab drei Tage lang nichts anderes gehört!“
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T-76

„Dieses Jahr war ich sehr entzückt, als ich wieder etwas von Erdem Tunakan von der Cheap Posse aus Wien hörte. Meine erste Berührung war damals 1994 beim what is ambient Festival im damaligen Ultraschall in München. Erdem haute aber damals schon immer echte Technobretter raus, man denke nur an das Projekt iO. Danke Erdem für Free Trance Volume 1:
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… und Volume 2:

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TANITH

„Sorry, auch dieses Jahr wieder kein Techno und ich kann mich diesmal nicht auf einen Track beschränken, es ist die Kombi aus dieser EP:
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… und diesem Album:



Beides läuft wohl unter Drum & Bass. Satan zeigt mit Bravour wie dolle man auf die Fresse hauen kann ohne dabei stumpf zu sein. Nix da mit pseudoprovokantem Rumgedresche, sondern wirklich dem Ganzen die Krone aufgesetzt und in Sachen Produktion, Editing und Arrangement fällt mir immer noch regelmäßig die Kinnlade runter wenn ich die höre.
Während hingegen das Album von Homemade Weapons dermaßen minimiert und Räume aufmacht, wie es vielleicht seit Dubstep 2005 nicht mehr passiert ist und dabei ganz oft ganz nah am Techno vorbei schrappt, wenn auch bei 170 Bpm. Also beide komplett diametral entgegen gesetzt und gerade deswegen auch ein schönes Zeichen was da an Bandbreite heute so geht.

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TEX PANTALOW

„Dieser Track war sehr optimistisch, mein Ravetrack 2016 ist der Shed Remix von Moderat „Running“.
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1 Kommentar bisher

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  1. Jauche vor noch ein Tor……coole Tracks