2013
13.10

Geheime Orte & Kasernen (Jena/D)
Datum: 31.03.1995 · DJs: Mikk, Mule, Gabor

It’s called „HAUSMUSIK“

Sneaker RavestoryWenn ich zurückdenke, waren fast alle guten Parties in den 90ern auf ehemaligen russischen Militärgeländen in Jena. Wir danken dem großen Bruder.

Angefangen von TokTok (Foto) auf dem Panzerplatz. DJ Rok gegenüber vom ehemaligen Milchhof. Und natürlich das Haus, wo russische Offiziere gewohnt haben. Der Leerstand im Jenaer Stadtzentrum ermöglichte auch mal eine Ambient-Afterparty in einem weitläufigen Keller in der Jenergasse.

Sneaker RavestoryMan schaue sich bitte auch mal das Line-Up der 98er FAT-Veranstaltungen im Kassablanca an – Cristian Vogel, Martin Landsky, Richard Dorfmeister (der nie kam) und Dan Curtin innerhalb eines Monats (ja und die Wighnomys natürlich)! Das bekommt heute kaum ein Club ausserhalb Berlins hin.

Sneaker RavestoryMeine eigentliche Initialzündung war aber eine Party im Haus („Running Through Acid“), zu der ich durfte, weil mich meine grosse Schwester mitnahm. Der Flyer lag beim Marcho im Plattenladen (wie war der Name gleich nochmal?) im Obergeschoss am Markt in Jena rum.

Man hat dreimal überlegt, welches Raver-T-Shirt man anzieht und wie man die endlose Zeit bis um 11 Uhr rumkriegt, um endlich loszugehen. Am Haus angekommen, standen Kerzen im Innenraum und es war eine verschwörerische Atmosphäre. Dann hörte ich Tracks, die so betörend flüssig und hölzern zugleich waren. Flüssig wegen des endlosen DJ-Mixes und der blubbernden 303 und hölzern wegen der steten 909, welche mir damals noch kein Begriff war. Bis heute sind mir die Parties im Haus ein „Urerlebnis“, die man wiedersucht wie die Rückkehr zum Mutterleib. Eng und dunkel. Strobo und Nebel – mehr nicht. Stundenlanges Tanzen (das geht heute irgenwie nicht mehr), zappelndes Verweilen im morphenden Acidsound. „The meditation will manifest“, „Higher State of Consciousness“, „House music“ – die Tracks von Josh Wink, welche ich in den Monaten danach gediggt habe, sind mir am besten noch in Erinnerung. Und natürlich die „Portamento Tracks“ von Green Velvet auf Relief, bei denen die Luft brannte, Hände gingen hoch, Pfiffe, Schreie und einfach Augen zu.

… und niemand hat sich an dem 15-jährigen Knirps gestört :-)

Musik, die ich vorher so „straight“ noch nicht gehört habe – in einem Rahmen, für den diese Musik wie geschaffen war.

Sneaker RavestoryDie eigenen Versuche, selbiges in meinem Schulclub in Jena (siehe Foto) fühlbar zu machen, waren noch recht dürftig. Aber pubertär authentisch! :-) Auf dem Plattenteller lag damals übrigens Joey Beltrams „Game Form“ auf Tresor Records.

Auf anderen Fotos war eine Felix da Housecat auf Touche zu erkennen, sowie Laurent Garniers „The Force“.

Und ein ID&T Aufkleber – Hakke!

Was für’ne schöne Zeit!

Sneaker Ravestory

3 Kommentare bisher

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  1. Marchos Plattenladen in Jena… laut einer Recherche wurde mir der Name zugetragen: der Klamottenladen hieß „Blue Horse“ und der Plattenladen hieß „Traxx“ :-)

  2. Busjek da busjek sonnse…Drushba! schöne memory geschichte.

  3. Das Haus ist für mich unvergesslich. Was für Partys unglaublich. Basketball und der Rest… Als die Muna eröffnete war es leider aus , da ließ es wohl sich besser feiern . Legendär die PanzerplatzPartys . Eine der besten war aber Silvester 2003. Unvergessliche Nacht.