2009
29.12

Ein belgisches RAVE-Erlebnis
Datum: irgendwann 1995 · DJ: TC Brain und die Crowd

ZZonic RavestoryDas Jahr 1995 verbrachte ich Wochenends grundsätzlich in der ‚Rave Zone Montini‘ in St. Trond (für die Flamen > Sint Truiden), wo ich zum ersten mal mit Dj’s wie Richie Hawtin, Miss Djax, Felix da Housecat, Emmanuel Top und dergleichen aufeinander traf. Für mich war das Grösste, dort anzukommen nach ca. 45 min Autofahrt. Wir fuhren auf den Parkplatz, der um das Gebäude rumreichte und Parkten ordnungsgemäss. Als ich die Türe des Autos öffnete hörte ich bereits die lang-gezogenen Bassdrums dröhnend und es kam einem so vor, als würde das Haus passend dazu im Takt grösser und kleiner werden. Ich konnte es kaum erwarten mit Hilfe der V.I.P Karte an der ‚kürzeren‘ Schlange so schnell wie möglich herein zu kommen. Endlich innen gab es nur eins -> Rauf auf die Tanzfläche, alles vergessen und einfach zur ‚treibenden‘ Musik zu ‚jumpen‘. Es gab nur eine Sache, die mich stoppen konnte, meine eigene Kondition.

ZZonic Ravestory 2An einem der besagten Tage an einem Wochenende erfuhr ich die ‚Power of the Crowd‘. Tc Brain, ein Belgischer Resident Dj vom Montini spielte gerade ‚Zolex – Time modulator‘ und loopte die Stelle im Break wo ‚Blackout‘ immer wieder gesungen wurde und mixte eine dicke 808 Kickdrum darauf und alle klatschten im Takt auf eben diese (man kann sich vorstellen wie diese kickdrum mit klatschen von ca. 600 leuten klang). Irgendjemand in der Menge setzte sich auf den Boden und klatschte erst noch mit den Händen. Er dachte wohl es würde noch mehr ‚gehn‘ und zog seine Schuhe aus und ‚klatschte‘ damit weiter auf den Beat. Alle anderen nahmen dies zum Anlass selbiges zu tun und es gab fast niemanden, der sich nicht dazu verleiten lies, selbiges zu machen und so kam es, dass nahezu alle sich hinsetzten und ihre Schuhe im Takt aufeinander schlugen. TC Brain machte die Musik aus (wohlgemerkt nur eine kickende 808 Bassdrum) und die Crowd machte alleine die Musik durch das Aufeinanderschlagen der Schuhe. Dann kam das Unvergessliche! Auf dem Aufeinanderschlagen der Schuhe kam langsam ‚Plastikman – Spastik‘ durch die Boxen, ganz langsam auf den von uns erzeugten Takt gemixt. Alle schrien wie verrückt, da das so unbeschreiblich passend in dem Moment war und das Snaredrumgewitter der Platte, das Aufeinanderschlagen der Schuhe und das Schreien der Leute war das Maximum an ‚Party-Erlebniss‘ für alle. Beim ‚daran denken‘ läuft mir gerade ein Schauer über den Rücken und treibt mir die Tränen ins Gesicht.

Jetzt laufe ich natürlich Gefahr zurückzuschauen und wehmütig zu werden, aber diese Zeit trage ich in meinem Herzen und ich möchte sie nicht missen. Einzige Kritik, die ihr bereits erwähnt habt muss ich nochmal unterstreichen -> Leute! nehmt den Stock aus dem Arsch und vergesst auf Partys dass es ein Morgen gibt. Alle arbeiten jeden Tag und haben die ganze Zeit nur Termine und Aufträge im Kopf. Ne Party ist dafür da, das Ganze mal beiseite zu legen und einfach nur mal zu ‚SEIN‘ wie man ist und zu tanzen. Ihr habt doch keine Angst davor Spass zu haben… oder?

1 Kommentar bisher

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  1. Eine wahnsinnig intensive Erfahrung, vergleichbar mit vielem an das sich leute wie wir gern erinnern.

    Danke für den Einblick in diese Nacht.

    Leute Lest diesen Bericht nochmal und fragt euch selbst – Wozu Angst haben Spass zu haben, zu tanzen und voll abzugehn? Man lebt nur einmal.